Die Geschichte des MSC Schleizer Dreieck e.V. Auszug aus der Festrede “50 Jahre MSC Schleizer Dreieck” (2008)

(1) Zur Clubgeschichte des MSC


(1.1) Schlaglichter zur Gründung und zum Werdegang des MSC bis zur Wende

Unser Verein wurde am 11. Februar 1958 als MC Schleizer Dreieck gegründet. Im Vorfeld dieser Gründung erfolgten zunächst zwischen den Schleizer Initiatoren, der damaligen ADMV-Bezirksleitung Gera sowie dem damaligen Kreisverband des Deutschen Turn- und Sportbundes diverse Vorgespräche und Abstimmungen. Zur Gründungsversammlung im Café Ried’l waren – wie unser Chronist vermerkt - über 90 Personen anwesend. Als erster Vorsitzender wurde Heinz Walther aus Schleiz gewählt. Geschäftsführer der ersten Clubleitung 1958 war der vielen Schleizern bekannte Rudolf Gärtner. Dem ersten Vorsitzenden folgten dann in den weiteren Jahren die Herren Tag, Uibel, Kaiser, Orlamünder, Reifarth und Frank. Allein Heinz Reifarth war 17 Jahre lang Vorsitzender, Wolfgang Frank stand sogar 20 Jahre als Vorsitzender in der Verantwortung - eine Leistung die großen Respekt verdient, so finde ich. Egal wie lang ein Vorsitzender, der Vorstand oder die Rennleitung im Amt waren, zu jeder Zeit gab es auch Situationen die gemeistert und manchmal zunächst auch erduldet werden mussten. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an eine besondere Zäsur sportpolitischer Art, die durch den so genannten Sportbeschluss des Deutschen Turn- und Sportbundes von 1972 hervorgerufen wurde. Danach war ein Start westlicher Motorsportler in der DDR ab sofort nicht mehr möglich. Zunächst wurde dieser Beschluss mit harter Hand von Partei und Staat aufrechterhalten, aber mit den Jahren stieg der Druck von der Basis her immer mehr und die MSC-Führung sowie Rennleitung begannen – zunächst noch mit wenig Erfolg und mit nicht unerheblichen persönlichen Risiko – Gespräche mit den Verantwortlichen in Partei und dem damaligen DDR-Motorsportverband ADMV zur Öffnung des Sportbeschlusses zu führen. Kurz vor der Wende gab es dann ein zaghaftes Einlenken und Fahrer aus dem westlichen Ausland waren wieder auf dem Dreieck zu sehen. Die Schleizer Initiatoren um Gerhard Elschner, Wolfgang Frank, Hermi Kiss, Jürgen Grimm und Gerald Glück konnten diesen Erfolg mit Genugtuung feiern. Vor der Wende hatte der MSC – sage und schreibe – über 560 Mitglieder, die aus vielen Bezirken der DDR kamen. Wir konnten zu dieser Zeit auf Vereinsarbeit und Sportaktivitäten im Straßenrennsport, Rallye-, Veteranen-, Kart- und PKW-Turniersport sowie im Moto-Cross und Wassersport verweisen. Sogar eine clubeigene Fahrschule gab es. Selbstverständlich fehlten die damals üblichen Verkehrsteilnehmerschulungen nicht im Programm des MSC.


(1.2) Der MSC im ADAC

Mit der Wende kamen ein neues politisches System und auch eine neue Sportadministration auf die Schleizer Organisatoren zu. Auf der Tagesordnung stand ebenfalls der Übergang vom ADMV zum ADAC. Dieser Prozess dauerte rund ein Jahr und war - wie der damalige Vereinsvorsitzende Wolfgang Frank resümierte – keine einfache Entscheidung. Am 30. Januar 1991 wurde auf der Mitgliederversammlung der Beschluss über den Beitritt zum ADAC mehrheitlich gefasst. Und, lieber Herr Dr. Oehm, wir können aus heutiger Sicht einschätzen, dass wir mit dem ADAC recht gut gefahren sind. Der ADAC engagierte sich für den Standort Schleizer Dreieck und unterstütze den MSC materiell, finanziell und ideell. Schulungen, Tagungen, Seminare und persönliche Unterstützung halfen und helfen uns bei der Organisation des Clublebens, bei Veranstaltungen und in der Außenwirkung. Übrigens: Ein Blick in die Geschichte zeigt uns, dass seit den 20er Jahren bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten eine ADAC-Ortsgruppe in Schleiz die Dreieckrennen organisierte. Der MSC hat seine Mitgliederzahl seit der Wende von nunmehr rund 170 halten können. Im Club haben wir neben den „alten Hasen“ und den mittleren Jahrgängen auch eine gute Zahl jüngerer Leute, die sich bereits in verantwortungsvollen Positionen erproben bzw. an diese herangeführt werden sollen. Beispielhaft möchte ich für die jüngere Generation im Club einige Namen nennen: Michael Schwarz, Ricarda Hocke, Thomas Fleißner, Steffen Rüdiger, Achim Strauss, Claudia Donnerhack, Tommy Weber.


(1.3) MSC-Clubpartnerschaften und Beziehungen zu anderen Clubs

Der MSC pflegt seit Ende 1989 mit dem ADAC Ortsclub Frankenwald Naila e.V. eine aktive Clubpartnerschaft. Bekannt ist der Verein bei uns in der Region durch die Automobil- Slalomveranstaltungen und die Bergrennen auf dem Schleizer Dreieck geworden. Personalund Know-How-Austausch zu den einzelnen Veranstaltungen beider Vereine sind seit dieser Zeit selbstverständlich. Vielen Dank an den Clubvorsitzenden Rainer Hartmann, an Richard Heller und alle anderen Mitstreiter aus Naila. Im vergangenen Jahr wurde auch die langjährige Zusammenarbeit zwischen dem MSC und dem AMC Sachsenring e.V. mit einer offiziellen Clubpartnerschaft besiegelt. An dieser Stelle ein herzliches Willkommen an die Freunde aus Hohenstein-Ernstthal, die heute mit ihrem Clubvorsitzenden Klaus Klötzner nach Schleiz gereist sind. In diesem Zusammenhang möchte ich auch die Gelegenheit nutzen, alle weiteren Kollegen und Freunde aus anderen Motorsportclubs, die heute ebenfalls nach Schleiz gekommen sind, ganz herzlich zu begrüßen. Besonders freuen wir uns auch, dass der Sportleiter des ADAC Sachsen, Herr Rolf Uhlig, unsere Einladung angenommen hat und heute bei uns ist.

(2) Sport und andere Aktivitäten in den Sektionen des MSC

(2.1) Straßenrennsport im MSC

Der Straßenrennsport war und ist das Flaggschiff des MSC. Er hat den Club – ohne den anderen Sektionen und Sportarten zu Nahe zu treten – geprägt wie keine andere motorsportliche Disziplin. Schon allein die Zahl von rund 70 Großveranstaltungen auf der Rundstrecke sprechen für sich. Klar, dass der MSC auch ein entsprechendes Know-How bei der Organisation solcher Rennen aufzuweisen hat. Selbstverständlich ist auch, dass die jüngere Generation von der älteren lernen und so das Wissen der Vorgänger kreativ und ggf. mit neuen Prämissen anwenden konnte. Über den Straßenrennsport auf dem Schleizer Dreieck ist viel geschrieben worden, es gibt eine Fülle von dokumentierten Informationen, aber auch unzählige Erinnerungen eines jeden Einzelnen, der sich in der Vergangenheit auf die eine oder andere Art damit befasst hat. Ich möchte mich in diesem Zusammenhang auf einige wenige Akzente beschränken, die in besonderem Verhältnis zum MSC stehen. Ursprünglich dominierte der Motorradsport das Renngeschehen auf dem Dreieck. Aber ziemlich schnell kamen auch die Automobile hinzu. Anfangs die Formel Junior, danach die Formel-3-Rennwagen. Nach besagtem DTSB-Sportbeschluss von 1972 folgten eine eigene Ostblock-Formel sowie die Touren- und Sportwagen. Es gab super spannende Rennen, auch in dieser Zeit – das ist keine Frage. Ich erinnere insbesondere an die tschechischen Fahrer Lim, Bervid oder Ondrejik, an Toivo Asmer aus dem heutigen Estland und natürlich an die Fahrer der DDR, wie beispielweise Willy Lehmann und Heinz Melkus in den 60er Jahren, an Ulli Melkus, Frieder Kramer, Heiner Lindner, Wolfgang Küther, Peter Mücke, Klaus-Peter Krause, Helmut Aßmann. Bei den Motorrädern sahen wir spannende Rennen mit Spitzenfahrern aus Österreich, der Schweiz, Finnland, dem damaligen Jugoslawien, Ungarn und vielen anderen Ländern. Ich erinnere hier insbesondere an den ungarischen Spitzenfahrer Janos Drapal. DDR-Fahrer in der ersten Reihe waren beispielsweise Heinz Rosner, Bernd Tüngethal, Roland Rentzsch – um nur drei aufzuzählen. Aber auch ehemalige Aktive des MSC möchte ich gern nennen: Peter Junghans beispielsweise oder Helmut Weber, Walter Knoch, Jürgen Hartelt, Uwe Seidel und Jürgen Ehrhardt. Nach der Wende waren es insbesondere Uwe Elschner, Knut Beinlich und Norman Rank, die die Flagge des MSC hochgehalten haben. Walter Knoch, übrigens, war in den 50er Jahren mehrfacher DDR-Meister in der Klasse bis 350ccm, Helmut Weber Meister und dreifacher Vizemeister in der Klasse bis 250ccm. In den 80er Jahren holte Peter Junghans für den MSC zweimal den DDR-Meistertitel in der Klasse bis 125ccm und einmal den Vizetitel in der 80-ccm-Klasse. Leider ist Peter Junghans viel zu früh von uns gegangen. Zweifellos absoluter Höhepunkt auf dem Schleizer Dreieck waren in der Zeit von 1967 bis 1971 die internationalen Formel-3-Rennen. Zigtausende Zuschauer aus allen Teilen der DDR pilgerten seinerzeit nach Schleiz, um die besten europäischen Formel-3-Rennfahrer zu sehen, wie beispielsweise Jürg Dubler, Alan Rollinson, Chris Williams, Ulf Svensson, Torsten Palm, Conny Anderson oder Freddy Kottulinsky. Einer der ganz Großen dieser Riege ist heute bei uns zu Gast, er wohnt seit geraumer Zeit sogar ganz in der Nähe von hier. Ich begrüße recht herzlich Freddy Kottulinsky! Freddy war 1969 und 1971 Sieger auf dem Schleizer Dreieck. Er ist heute Mitglied im MSC, also dem Club der damals diese Rennen organisierte. In diesem Zusammenhang, liebe Clubmitglieder, werte Gäste, möchte ich an einen Mann hinter den Kulissen erinnern – und das mache ich aus persönlichen Gründen besonders gern –, ohne dessen Vorbereitungen, Kontakte und Netzwerke diese Rennen so nicht möglich gewesen wären. Es ist unser unvergessener Hermann Kiss. Hermi, wie er auch genannt wurde, war bis 1991 Rennsekretär der Rennleitung und u.a. für alle internationalen Kontakte mit Motorsportlern zuständig. Seine Frau Getraude Kiss und seine Tochter Dr. Ulla Nagel sind ebenfalls heute bei uns zu Gast. Herzlich Willkommen! Ebenfalls unvergessen ist uns Gerhard Elschner. Gerhard wurde 1973 Nachfolger von Kurt Uibel als Rennleiter und prägte spätestens seit dieser Zeit das Geschehen im Schleizer Motorsport. Bereits als Aufbauleiter hat er viel für die Weiterentwicklung des Schleizer Dreiecks getan. Gerhard Elschner war stets der Motor und übte auch oft eine Vorreiterrolle im ostdeutschen Motorsportbetrieb aus. Er führte die Schleizer Rennorganisation über die Wende in die neue Zeit. Begrüßen möchte ich an dieser Stelle seine Frau Ursula Elschner sowie seine Kinder Uta Barth und Uwe Elschner nebst Partnern. Der Straßenrennsport nach der Wende war – wie bereits erwähnt - verbunden mit neuen Sportinstitutionen und -reglements. Als Partner und Berater kam nach dem Ausscheiden von Rennleiter Gerhard Elschner der damalige Motorradsportreferent des ADAC Hessen- Thüringen, Gustav Lux, nach Schleiz. Er fungierte zwei Jahre als Rennleiter und blieb danach der Rennleitung und dem MSC bis zum heutigen Tag freundschaftlich verbunden. Leider kann er heute nicht bei uns sein. In diese Zeit viel nach über 30 Jahren Pause auch die Wiedereinführung der Gespannrennen auf dem Schleizer Dreieck. Neben den Piloten Eckart Rösinger und Ralph Bohnhorst unterstützte uns seinerzeit der ehemalige Gespannweltmeister Wolfgang Kalauch. Er öffnete mir als damaligen Rennsekretär die Türen zu solchen Protagonisten des Seitenwagensports, wie Rolf Biland, Steve Webster oder Steve Abbott. So gelang es uns, anfangs einige Stars auf das Dreieck zu holen, später das komplette WM-Feld in mehreren Gastläufen. Zusammen mit dem Promoter Bernd Steinhausen organisierte der MSC einige Jahre später, das war 2004, auch den ersten WM-Lauf dieser Klasse in Schleiz. Nicht ohne Stolz möchte ich die Tatsache am heutigen Abend unterstreichen, dass es der MSC war, der diesem faszinierenden Sport die Tür in unserer Region wieder aufgestoßen hat.

1995 bereits betrat Reiner Lippold als Rennleiter die Schleizer Bühne. Er war zu dieser Zeit aber kein Greenhorn mehr, sondern ging vorher mehrere Jahre durch die Schule eines Arthur Krings, Edgar Müller, Gerhard Elschner und Gustav Lux. Reiner leitete seit dieser Zeit bis heute erfolgreich viele IDM-Läufe, EM-Rennen, Rennen zum Historischen Rennsport, Seriensportveranstaltungen(zusammen mit dem Starkenburger AMC), Veteranen- Gleichmäßigkeitsläufe und auch besagte Seitenwagen-Highlights. Auch half er ab und zu bei unseren Freunden in Hohenstein-Ernstthal aus. Mit an seiner Seite war stets Wilfried Gruhl, seit vielen Jahren bei uns als Leiter Streckensicherung tätig. Für das bisherige Engagement möchte ich Euch an dieser Stelle, lieber Reiner und lieber Wilfried, recht herzlich danken. Was die zukünftigen Straßenrennsportaktivitäten im MSC betrifft, so kann ich Ihnen schon jetzt sagen, dass der Wunsch und das Ziel, auch über das Jahr 2008 hinaus weiterhin IDMVeranstalter zu sein, fest in unserer Agenda verankert ist.

(2.2) Weitere Sportaktivitäten im MSC

Liebe Clubmitglieder, werte Gäste!  Neben dem Straßenrennsport gab und gibt es im MSC natürlich auch noch ganz andere Sportaktivitäten. Nehmen wir den Motorbootrennsport. Im Jahr 1980 gelang es dem MSC einen Lauf zur damaligen DDR-Meisterschaft nach Saalburg auf den Bleilochstausee zu holen. Die Veranstaltung wurde mit über 10.000 Zuschauern (!) ein großer Erfolg, obwohl es für den Club mehr oder weniger „Neuland“ bedeutete. Doch mit Unterstützung des damaligen Clubchefs Heinz Reifarth, vieler MSC-Mitglieder, sowie von Behörden und Betrieben konnte diese Aufgabe gelöst werden. Hauptmatador bei dieser Sache war jedoch unser Clubmitglied Waldemar Klemm. Als ehemaliger Aktiver kannte er das Metier recht gut. Er begann seine motorsportliche Laufbahn 1967 als „Schrauber“ bei dem sehr erfolgreichen Schleizer Motorbootrennfahrer Gerhard Elliger und beteiligte sich später selbst an diversen Meisterschaftsläufen. 1973 wurde er Vizemeister der DDR in der Klasse R1 bis 1000ccm. Was auch nicht unerwähnt bleiben soll – Waldemar nahm seinerzeit an den Weltmeisterschaftsläufen in Dessau teil und errang einen achtbaren 3. Rang. Das war super! Nach seiner aktiven Laufbahn fungierte er als Schiedsrichter und Regattaleiter, bis Gerhard Elschner ihn zum Straßenrennsport in die Rennleitung holte. Motorbootrennsport wird heute im MSC nicht mehr betrieben. Die ersten Anfänge des PKW-Geschicklichkeitsfahrens im MSC gehen fast 50 Jahre zurück. Das erste Turnier für Wagen und Motorräder fand am 22. Mai 1961 statt. Von 1961 bis 1989 organisierte der MSC unter der Regie unseres jetzigen Ehrenmitgliedes Rudolf Gräsel insgesamt 23 Turniere zur Bezirks- und DDR-Meisterschaft. Einige Erfolge unserer Aktiven aus dieser Zeit möchte ich nennen: 26 Mal Bezirksmeister sowie DDR-Vizemeister in der Mannschaft und DDR-Einzelmeister mit Rudolf Gräsel, 1988, mit Gerd Hamert, 1989, DDRVizemeister mit Hartmut Dietz, 1987. Nach der Wende wurde ein Neuanfang mit einem Vergleichsturnier zwischen Nordbayern, Sachsen und Thüringen gemacht. 1995 trat der MSC dem Nord-Ost-Oberfranken-Pokal bei und führte im selben Jahr das Turnier durch. Auch hier war Rudolf Gräsel seitens des MSC wieder der Initiator. Unterstützer fand er u.a bei Heinz Reifarth, Wolfgang Frank, Rudolf Schäfer, Otto Lenzner, Thomas Schödel, Hartmut Dietz. In der Folge fanden eine Vielzahl von Turnieren zu dieser Serie statt, die der MSC organisierte. In den letzten Jahren wich unser Verein allerdings nach Triptis und Treuen aus. Der MSC wurde bei den genannten Pokalläufen achtmal als beste Mannschaft ausgezeichnet. Die einzelnen Siege aufzuzählen würde zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Allein 104 Pokale seit der Wende wurden von Rudolf Gräsel errungen. Zeitweise waren bis zu 14 Fahrer für den MSC aktiv. Leider ist die Zahl der Fahrer in den letzten Jahren weniger geworden. Da die Veranstaltungen auch einen hohen verkehrserzieherischen Wert haben, wäre es schade, wenn der PKW-Turniersport im MSC nicht fortgeführt werden würde. Unser Sektionschef Rudolf Gräsel sucht einen kompetenten Nachfolger, der eine schlagkräftige Mannschaft aufstellt. Also, liebe Mitglieder – wer hat Interesse? Auch dem Oldtimersport hat der MSC seit jeher große Aufmerksamkeit beigemessen. So führte der Club bisher zahlreiche Oldtimerveranstaltungen durch oder wirkte als Mitorganisator beispielsweise bei der ADAC-Hessen-Thüringen-Oldtimer-Fahrt. Nicht vergessen möchte ich auch die vielen Oldtimer-Gleichmäßigkeitsprüfungen und Classic- Rennen auf dem Schleizer Dreieck, die unter der Ägide des MSC mit Rennleiter Reiner Lippold an der Spitze bis vor einigen Jahren durchgeführt wurden. MSC-Sportler beteiligten sich sehr erfolgreich an Kfz-Veteranenrallyes und konnten mit Gotthard und Elke Fruh sowie Horst Geilsdorf auf erste Plätze in der damaligen DDRBestenermittlung verweisen. Horst Geilsdorf war es auch, der nach der Wende die IG Oldtimer im MSC gegründet hatte. Später übernahm der Schleizer Gerhard Rosenmüller die Geschäfte der IG bis zu seinem Ausscheiden im Mai 2007. Die Aktiven beteiligten sich in dieser Zeit an internationalen und nationalen Veranstaltungen, an Ostthüringer Oldtimermeisterschaften, am ADAC-Hessen- Thüringen-Pokal und am ADMV-Classic-Cup recht erfolgreich. Allein bei den Ostthüringer Meisterschaften wurden von den Sportfahrern Jürgen Walther, Helmut Gaschler, Eugen Hamy, Gerd Zeuner, Rudolf Hahn und Udo Wagner seit 2001 insgesamt 10 Meistertitel für den MSC erkämpft. Zudem holte Jürgen Walther den im Jahr 2003 erstmals ausgefahrenen ADAC-Hessen-Thüringen-Oldtimerpokal im Motorradsport sowie die Bergmeisterschaft bei ADMV-Classic-Cup 2006. Der MSC ist gegenwärtig dabei, seine Oldtimer-Gruppe neu zu formieren. Diese wird auch zukünftig an Meisterschaften teilnehmen und Veranstaltungen organisieren. Leider nur eine Episode in der Sportgeschichte des MSC war der K-Wagen-Sport, heute besser bekannt unter Kart-Sport. In den Jahren 1975 bis 1981 unterhielt der MSC den Stützpunkt Plothen. Von hier aus wurden mehrere Rennen zur damaligen Bezirksmeisterschaft vom MSC unter Mithilfe vieler Einwohner von Plothen organisiert. 

Als Rennleiter fungierte unser Clubmitglied Wolfgang Cybala. Höhepunkt war das Rennen von 1981 mit über 3.500 Zuschauern. Die danach von der Polizei erteilten Auflagen konnten jedoch für zukünftige Rennen in Plothen nicht mehr erfüllt werden, so dass die KWagentruppe nach Schleiz auswich und mit Wolfgang Cybala Rennen auf der so genannten Rücklaufstrecke am Schleizer Dreieck durchführte. Die Sektion K-Wagen-Sport existiert heute nicht mehr. In den vergangenen Jahren wurden von einigen Jugendlichen des Clubs mit Unterstützung des MSC-Vorstandes Initiativen auf den Weg gebracht, die ganz neue Farbtupfer auf der „Sportpalette“ des MSC zeigten. Zum einen waren es die Super-Moto-Veranstaltungen im Bereich Rücklaufstrecke und Buchhübel sowie die Seifenkistenrennen im Bereich Querspange des Schleizer Dreiecks. So begannen im Jahr 2000 Steffen Rüdiger und Michael Schwarz mit der Planung und Vorbereitung einer Super-Moto-Veranstaltung. Bis 2004 wurde dann jährlich eine Veranstaltung vom MSC durchgeführt. Streckenaufbau und Erfüllung von Sicherheitsauflagen, wie beispielsweise eine 6.000 Euro teure Schikane, wurden durch den MSC getragen. Durchschnittlich 200 Aktive waren bei jeder Veranstaltung am Start, darunter die Weltklassefahrer Thierry van den Bosch, Eddy Seel oder Jürgen Künzel. Für den MSC startete seinerzeit Christian Herkner aus Bad Lobenstein. Ohne Motorantrieb waren die Seifenkisten auf der Querspange unterwegs. Die Jugendgruppe des MSC veranstaltete 2005 erstmals ein Seifenkistenrennen. Gefahren wurde um Punkte in der Deutschen Meisterschaft des Deutschen Seifenkisten Derby e.V. (DSKD) sowie in einer Klasse um Punkte im Saale-Orla-Cup. Insgesamt waren über 50 Aktive am Start bzw. gingen nach und nach über die Startrampe. Gab es 2005 Regenschauer, so mussten 2006 alle mit einer „Bruthitze“ auskommen. Tommy Weber, Claudia Donnerhack, Achim Strauss haben mit ihren Helfern auch diese Veranstaltung mit Bravur über die Bühne gebracht. Im vergangenen Jahr wurde aufgrund ungünstiger Rahmenbedingen kein Seifenkistenrennen ausgetragen. Für 2008 wurden bereits Überlegungen angestellt, inwieweit sich der MSC präsentiert. Lassen wir uns überraschen. Die weiteren Sportaktivitäten bzw. Veranstaltungsorganisationen im und um den MSC herum möchte ich Ihnen lediglich kurz mit einer kleinen Aufzählung in Erinnerung bringen: zum einen die Organisation von Motoballturnieren in Schleiz, weiterhin – man höre und staune - Skijöring und Orientierungsfahrten, Automobilrallyesport (hier wurden 1984 Roland Fröhlich und Wolfgang Maier aus Röppisch für den MSC DDR-Meister bei den Serientourenwagen bis 1000ccm), weiterhin Moto-Cross, Wassersport, Gleichmäßigkeitsläufe für jedermann auf dem Dreieck oder – ganz aktuell - Historischer Tourenwagensport (hier wurde unser Mitglied Michael Krings im vergangenen Jahr Gewinner der Gesamtwertung bei den Läufen der Interessengemeinschaft des Historischen Automobilrennsports in Ostdeutschland, kurz HAIGO).

(2.3) Besondere Sektionen im MSC

Liebe Clubmitglieder, werte Gäste! Eine herausragende Besonderheit im MSC bildet unsere Sektion Historische Traktoren und Landmaschinen - auch unter Lanz-Bulldog-Club Thüringen bekannt. Im Vordergrund steht für die mittlerweile 38 Mitglieder das Auffinden, Restaurieren und Erhalten der historischen Landtechnik, insbesondere der Lanz-Traktoren. Die Sektion gibt es seit 1990 im MSC. Die Traktorenfreunde organisieren neben den Sternfahrten, Frühjahrsund Herbstausfahrten sowie Stammtischen seit 1994 alle zwei Jahre ein großes Treffen historischer Traktoren und Landmaschinen. 2006 waren über 300 Teilnehmer im Schleizer Fahrerlager. Ein „Aufhänger“ im wahrsten Sinne des Wortes ist der weithin sichtbare, am Autokran in Schwindel erregender Höhe aufgehängte Lanz-Traktor unseres Sektionschefs Alfred Selzer. Aber auch „motorsportliche“ Aktivitäten kann die Sektion aufweisen – nämlich das im vergangenen Jahr erstmal durchgeführte Traktor-Pulling. Der in Wöhlsdorf bei Auma durchgeführte Schauwettbewerb mit Lanz-Traktoren, die einen Bremswagen über eine bestimmte Distanz ziehen mussten, war natürlich nicht so gigantisch, wie es der eine oder andere aus den Eurosport-Übertragungen kennt. Dennoch – und ich konnte mich selbst davon überzeugen – es war eine echte Gaudi, die sehr viele Zuschauer anzog. Darüber hinaus sind sich die Traktorenfreunde nicht zu schade, mit helfender Hand bei der Vorbereitung des Internationalen Schleizer Dreieckrennens und anderer MSC-Aktivitäten mitzuwirken. An dieser Stelle möchte ich Dir, lieber Alfred Selzer, und allen Traktorenfreunden des Lanz-Bulldog-Cubs Thüringen im MSC recht herzlich danken. Ein Hinweis noch: Am zweiten Juli-Wochenende findet wieder ein großes Treffen historischer Traktoren und Landmaschinen im Fahrerlager statt. Ein weiteres Spezifikum bildet die sehr aktive AG Verkehrsgeschichte im MSC. 1988 gegründet und 1995 zum MSC gekommen, können die Modellbaufreunde auf eine Vielzahl von Aktivitäten verweisen. In erster Linie präsentieren sich die Mitglieder der AG bei Modellbauwettbewerben, Modellbau- und Modellbahnausstellungen. Hervorheben möchte ich an dieser Stelle Ausstellungen in Neustadt, Elsterberg, im Ferienland Crispendorf, in Mühltroff, in Erfurt und selbstverständlich auch in Schleiz. Die Ausstellung Ende Januar im Schleizer Aus- und Weiterbildungszentrum zog über 1.000 Besucher an. Die AG hat seit 2003 ihr Domizil in unserem Clubobjekt in der Seng am Schleizer Dreieck. Die Aktivitäten der AG werden geleitet von Wieland Schneider und Dr. Gerd Müller. Auch den Mitgliedern der AG Verkehrsgeschichte möchte ich für ihre geleistete Arbeit und ihre Hilfe bei weiteren Aktivitäten und Präsentationen des MSC, nicht zuletzt beim Festumzug zum 775. Stadtjubiläum in Schleiz, sowie für ihre Treue zum Verein vielmals danken. 

(3) MSC und das Schleizer Dreieck 

Der MSC hat sich nicht nur auf dem Gebiet des Motorsports und der Clubarbeit bewährt, sondern er hat auch - je nach seinen jeweiligen personellen, finanziellen und materiellen Ressourcen - viel für den Erhalt und den Ausbau des Schleizer Dreiecks getan. Lassen Sie mich deshalb – ohne den Anspruch auf Vollständigkeit – hierzu ein paar Ausführungen machen. Der MSC kann in der Zeit bis zur Wende, und das sage ich nicht ohne Stolz, auf rund 100 umfangreiche Einzelmaßnahmen zum Erhalt und Ausbau des Dreiecks verweisen. Waren es Anfangs vielleicht „nur“ Arbeitseinsätze der Mitglieder an der Strecke, so gab es spätestens unter dem damaligen Aufbauleiter und späteren Rennleiter Gerhard Elschner enorme Fortschritte in der Infrastruktur des Dreiecks, von der noch die heutigen Nutzer profitieren. Nahezu jeder Streckenabschnitt war davon betroffen. Um nur einige Beispiele zu nennen: Bau des damaligen Start- und Zielgebäudes, der Boxenanlage und der Tribünen, Bau der Rücklaufstrecke, Bau von Garagenkomplexen am Buchhübel und in der Kohlbachstraße sowie festen Toilettenanlagen am Buchhübel, in der Kohlbachstraße und in der Seng, Herstellung einer Wasser- und Stromleitung zwischen Fahrerlager und Buchhübel, Abriss der Scheunen an der Plauenschen Straße, Stromversorgung Campingplatz Heinrichsruh, Verfüllung von Müllgruben am Goethestein, Bau des Gebäudekomplexes Clubgaststätte Seng mit Parkplatz, Anlegen der Schikane Ortseinfahrt Oberböhmsdorf usw. usf. Mit der Schikane Kohlbachstraße wurde sogar ein komplettes Stück Rennstrecke gebaut. Aber auch im Fahrerlager hat der MSC einiges bewegt. Ich erinnere nur an die Errichtung sämtlicher Gebäude und baulicher Anlagen, wie Maschinenabnahmehalle, Garagenkomplex und sogenanntes Sportgebäude als Sitz des MSC. Weiterhin sind Elektroanschlüsse und eine Beleuchtung des Fahrerlagers in den 80er Jahren fest installiert worden. Der Fußballplatz wurde komplett neu errichtet. Auch profitierte die Infrastruktur der Gemeinde Oberböhmsdorf vom Schleizer Rennen. Ab 1987 ist die Ortsdurchfahrt mit Gehwegen versehen worden und der damalige neue Vorstart wurde gleichzeitig Zufahrt zum Wohnblock am Stangensteig.  In diesem Zusammenhang möchte ich Sportfreund Peter Leistner nennen, der über 15 Jahre alle Baumaßnahmen koordinierte und leitete. Vieles wurde in Feierabendtätigkeit umgesetzt. Peter unterstützte mit seinem Fachwissen auch von 1992 bis 2000 alle Baumaßnahmen, die ab 1992 über die Betreibergesellschaft liefen. Einen Umbruch gab es – wie bereits mehrfach erwähnt - dann mit der Wende. Sofort gab es auch wieder Pläne zum Umbau oder gar Neubau der Rennstrecke. Hatte der MSC früher eine Art Koordinatorfunktion am Dreieck, so traten doch nun auch andere Akteure in den Vordergrund. Wie Sie meinen vorhergehenden Ausführungen zum Thema Baumaßnahmen und Streckensicherheit entnehmen konnten, war der MSC stets bemüht, das für einen reinen Straßenkurs Machbare zu realisieren. Im Mai 1996 waren wir Initiator im Rahmen der Betreibergesellschaft, damit die Stadt Schleiz einen Bebauungsplan für einen Motor- und Freizeitpark aufstellen ließ und bis zur Genehmigung 1998 führte. Eine Änderung der Förderung durch den Freistaat Thüringen zwang alle Gesellschafter der Betreibergesellschaft nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten zu suchen. Mit der aufgrund fördertechnischer Belange erfolgten Gründung der Kompetenzzentrum GmbH durch unseren Verein sollte die vom MSC finanzierte neue Konzeption „Kompetenzzentrum für Mobilität und Verkehr“ mit Hilfe eines privaten Investors realisiert werden. Nach dem bis heute nicht zu klärenden Abspringen eines japanischen Interessenten suchte der MSC nach neuen Partnern. Mit einem Unternehmen aus Stuttgart wurde ein finanzkräftiger Partner gefunden, der jedoch bei den Mitgesellschaftern in der Betreibergesellschaft keine Akzeptanz fand. Im Nachhinein muss angemerkt werden, dass es in der Regel nie vollständig gelang, Vertreter des Sports und der Politik, insbesondere der Kommunalpolitik mit einer Zunge sprechen zu lassen. Jeder zog an einem anderen Zipfel der Decke. Aber es wurde nicht nur gezankt, sondern es gab auch Einigkeit und Taten. So haben der Gesamt-ADAC, der ADAC Hessen-Thüringen und der MSC im Zeitraum von 1992 bis 2000 rund 600 Tausend DM (davon zwei Drittel Sportfördermittel und ein Drittel Eigenmittel) in die Streckensicherheit, z.B. Schikane Heinrichsruher Berg, Kiesbetten, Geländeregulierungen sowie die Infrastruktur investiert. Eine Anmerkung hierzu: Der ADAC Hessen-Thüringen war von 1992 bis Februar 2003 Mit-Gesellschafter in der Betreibergesellschaft Schleizer Dreieck mbH, der MSC als Gründungsmitglied ist es noch. Zuschüsse zu den erwähnten Investitionen, die damals unabdingbar für den Erhalt des Dreiecks waren, gab es auch vom Landkreis und der Stadt Schleiz. Die Hauptlast in der jüngsten Vergangenheit hat zweifelsohne die Stadt Schleiz getragen (Stichwort Querspange). Auch der Landkreis beteiligte sich mit der Sanierung der Kreisstraße, Abschnitt Buchhübel bis Stadtschikane. In diesem Zusammenhang möchte ich jedoch feststellen, dass auch MSC-Mitglieder ihr fachspezifisches Wissen mit eingebracht haben, ohne das dies in der Öffentlichkeit an die große Glocke gehängt wurde bzw. Zeitungsseiten füllte. Sie taten es für die Sache. Das Gleiche gilt für die Mitarbeit bei der Beantragung der BImsch-Genehmigung. Bei aller Euphorie für den Motorsport und unsere Rennen sollten wir natürlich nicht die berechtigten Interessen der Bevölkerung vergessen. Nur ein Miteinander kann stabile Lösungen schaffen. Deshalb waren in den letzten Jahren die Vertreter des MSC die ersten, die in Kontakt mit den Anwohnern und der Bürgerinitiative in Oberböhmsdorf traten, als es um die Problematik Lärmschutz ging. Und wir trafen dabei keineswegs auf ausgemachte Gegner des Motorsports, sondern auf Mitbürger, die mit dem Schleizer Dreieck durchaus verwachsen sind.

Unsere Partner

  no-img  no-img no-img no-img no-img  no-img  no-img no-img no-img